Sichtungsmeldung Asiatische Hornisse
Sichtungsmeldung Asiatische Hornisse
Leistungsbeschreibung
Die Asiatische Hornisse, auf Latein Vespa velutina, gilt seit 2016 als invasive Art. Sie breitete sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich in Deutschland von Südwesten nach Nordosten aus, so mittlerweile auch im Emsland. In den Jahren 2024 und 2025 gab es bereits diverse belegte Sichtungen von Einzeltieren sowie einige entdeckte Nester.
Auch wenn die invasive Art sich mittlerweile in großen Teilen von Deutschland etabliert hat und daher von der Kategorie „Früherkennung“ in die Kategorie „Management“ herabgestuft wurde, sollten Sichtungen der eingewanderten Art gemeldet werden, damit gegebenenfalls Maßnahmen zum Umgang mit dem Fund getroffen werden können.
Daher bitten der Landkreis Emsland und die Stadt Lingen um erhöhte Aufmerksamkeit und die Meldung jeder Sichtung, die jeweils mit Fotos (oder Videos) zu belegen sind. Die Meldungen können beim Landkreis Emsland mit dem nebenstehenden Formular oder unter der E-Mail-Adresse juliane.weltring@emsland.de erfolgen. Die Stadt Lingen (Ems) mit eigener Naturschutzbehörde bittet um Meldung an die E-Mail-Adresse D.Luetkeniehoff@Lingen.de. Weiterhin stehen für die Meldung von Funden die entsprechende E-Mail-Adresse des Landes Niedersachsen unter invasive-arten@nlwkn.niedersachsen.de sowie das Portal AHlert-Nord unter https://www.neobiota-nord.de/de/fundmeldung/ zur Verfügung.
Nachweise (Nestfunde und Einzeltiersichtungen) gab es in den beiden vergangenen Jahren in insgesamt 14 Städten bzw. Gemeinden im Landkreis Emsland. Somit ist in diesem Jahr quasi im gesamten Emsland mit der Verbreitung dieser Art zu rechnen.
Die Asiatische Hornisse ist von der Größe her etwas kleiner und deutlich dunkler als die heimische Hornisse. Der biologische „Neuzugang“ ist überwiegend schwarz gefärbt, mit gelben Füßen - daher auch die manchmal verwendete Bezeichnung als Asiatische Gelbfuß-Hornisse - und einem rot-braun-orange gefärbten Kopf.
Die Asiatische Hornisse ist eine gewandte Jägerin, die es versteht, im Flug viele Insekten zu erbeuten. Beide Hornissenarten, füttern ihre Larven mit Insekten wobei sie sich selber in der Regel von Pflanzensäften und Fallobst ernähren. Nach bisherigen Erkenntnissen ist die zugewanderte Art in der Regel zurückhaltend bis scheu. Als Neststandort werden ab ca. August/ September gerne hohe Bäume ausgewählt. Zuvor sind die sogenannten „Primärnester“ häufig in Gebäuden, beispielsweise am Gebälk von Scheunen und Schuppen und auf Dachböden, oder auch unter Carports und unter überdachten Terrassen sowie in Vogelnistkästen entdeckt worden.
Es wird darauf hingewiesen, dass es zu Verwechslungen der heimischen Arten mit der Asiatischen Hornisse kommen kann. Daher sollten keine Exemplare vor einer eindeutigen Verifizierung der Art getötet werden. Da es sich bei der heimischen Hornisse Vespa crabro um eine besonders geschützte Art handelt, ist eine Beseitigung der Nester oder das Abtöten der Tiere verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Auch Fallen sind ohne Genehmigung nicht zugelassen.
Im Fall einer Ansiedlung oder Fundes von Hornissen sollten daher immer Fachexperten, z.B. ein(e) fachkundige(r) Imker(in) oder eine(r) der ehrenamtlich tätigen Wespen- und Hornissenberater(innen) hinzugezogen werden. (Die Berater(innen) setzen sich für den Schutz und Erhalt der heimischen Wespen-Arten ein und nehmen grundsätzlich keine Beseitigung oder Abtötung von Nestern, sondern allenfalls Umsiedlungen der Tiere vor.)
Das Wespen- und Hornissenberaternetzwerk ist über den Landkreis Emsland unter der Telefonnummer 05931/44-3577 und per E-Mail (juliane.weltring@emsland.de) zu erreichen. Eine Übersicht der Berater und Beraterinnen ist sowohl am Ende dieser Seite unter "Dokumente" als auch unter https://www.naturschutzstiftung-emsland.de/wespenberater/ zu finden. Die einzelnen Stadt- bzw. Gemeindeverwaltungen können ebenfalls den richtigen Ansprechpartner vermitteln.
Bei der Stadt Lingen ist die Naturschutzbehörde unter der Telefonnummer 0591/9144-367 und der E-Mail-Adresse D.Luetkeniehoff@Lingen.de zu erreichen.
Weitere Informationen über das Aussehen, die Lebensweise und die Verbreitung (in Niedersachsen) sowie zum Monitoring der Asiatischen Hornisse sind hier zu finden: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/201332.html
Bitte beachten Sie, dass es keinen Anspruch auf eine Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse gibt. Die Kosten für die Beseitigung sind vom Betroffenen grundsätzlich selbst zu tragen (es sei denn, dass bei der Naturschutzbehörde Fördermittel zur Verfügung stehen; eine entsprechende Nachfrage im Vorfeld der Beseitigung ist sinnvoll).
Die Primärnester der Asiatischen Hornisse können oft unkompliziert und mit sehr geringen Kosten entfernt werden. Dafür ist zunächst jedoch wichtig, eindeutig feststellen zu lassen, dass es sich um die richtige Art handelt
Sekundärnester können nur von Profis entfernt werden, denn in ihnen leben deutlich mehr Tiere, die sich zur Wehr setzen, sobald sich jemand dem Nest nähert. Es braucht also unbedingt eine spezielle Schutzausrüstung und Kenntnisse über die zugelassenen Methoden der Nestentfernung.